Vater zeigt seinem Sohn etwas auf einem Laptop.

Informationen für Eltern

Das Internet sowie internetfähige mobile Geräte wie Smartphones, Handys und Tablets sind im Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen selbstverständliche Begleiter geworden. Sie üben auf uns alle eine gewisse Faszination in ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten aus. Aus diesem Grund ist es wichtig, diese kompetent nutzen zu können, um neben den vielfältigen und kreativen Möglichkeiten den unterschiedlichsten Phänomenen durch sicheres surfen im Internet resilient begegnen zu können.

Als Eltern können Sie Ihrem Kind als Orientierungshilfe bei der Entdeckung der vielseitigen Spiel-, Kommunikations- und Lernangebote unterstützend zur Seite stehen und damit das sichere Surfen im Netz und die Internetkompetenz Ihres Kindes begleiten. Unterstützend wirkt sich dabei das eigene Wissen um die folgenden Bereiche aus:

  • das Wissen über technische Grundlagen
  • die Möglichkeit kreative Eigenprodukte zu erstellen
  • dem Wissen darüber, welche Apps, Internetseiten, etc. gerade angesagt und empfehlenswert sind
  • das Basiswissen um rechtliche Hintergründe
  • der Möglichkeit mit Medien zu lernen.

Fragen und Antworten

Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass der Besitz eines Smartphones ab dem 11. Lebensjahr sinnvoll sein kann. Ein Kriterium sollte neben dem Alter auch immer der Reifegrad des Kindes sein.
 

 Erklärvideo:

Allgemeine Infos zur Nutzung von smartphone/ tablet:

Eltern sollten auch bei der Mediennutzung eine Vorbildfunktion ausüben. Prinzipiell können folgende Empfehlungen Orientierung bieten:

  • 4 bis 6 Jahre: Maximal 30 Minuten pro Tag – nicht unbedingt täglich und immer nur begleitete Bildschirmzeit mit altersgerechten Inhalten. 
  • 7 bis 10 Jahre: Maximal 60 Minuten pro Tag – nicht unbedingt täglich, besprechen Sie die konsumierten Inhalte mit Ihren Kinder, wenn es unbegleitet online ist.
  • 11 bis 13 Jahre: Maximal 90 Minuten pro Tag oder ca. 10 Stunden Wochenkontingent, also frei verfügbare Bildschirmzeit. Bleiben Sie auch hier immer im Austausch mit Ihrem Kind, wenn dies unbegleitet online ist.

Achten Sie bei unbegleiteter Bildschirmzeit darauf, dass Jugendschutztools eingestellt sind. Zusätzlich sind dies nur ungefähre Richtwerte und der Reifegrad Ihres Kindes ist immer auch ein Kriterium. 

Tücken fester Medienzeiten:

  • Festgelegte Zeiten werden genutzt, obwohl es Alternativen gibt.
  • Entwicklungssprünge und Reife der Kinder müssen beachtet werden.
  • Diskussionen über zusätzliche Computernutzung wegen Schule, Veranstaltungen (zum Beispiel: Fußball-WM/ EM), etc.

Tipps:

Weitere Infos:

Erklärvideo

Allgemeine Infos zu Mediennutzungszeiten

Einstellungen und Apps sollten nur im Zusammenspiel mit einer vertrauensvollen Beziehung und klaren Regeln (auch für die Eltern – Vorbildfunktion) vorgenommen und installiert werden. Je nach vorhandenem Gerät (iOS/ Android) kann dazu ein Kinderschutzfilter installiert werden. Damit lassen sich In-App-Käufe oder das Nutzen von ungewollten Apps und Streamingdiensten einschränken bzw. verhindern. I-Phones lassen sich in der Grundausstattung kindersicher machen. Androidgeräte benötigen eine Jugendschutz-App, die nachträglich installiert und meistens kostenpflichtig ist. Bei jüngeren Kindern empfiehlt es sich, mit einer sogenannten Whitelist zu arbeiten und ungeeignete Inhalte komplett zu sperren. Dabei ist eine zusätzliche Prüfung, ob die Schutzvorrichtungen wirksam sind empfehlenswert. Passwörter für WLAN, PC-User und Schutzsoftware sollten regelmäßig ausgetauscht werden.

Hier finden Sie weiterführende Informationen:

Erklärvideo:

Bei der Nutzung von Social-Media-Apps gibt es wichtige Aspekte, die Sie als Elternteil unbedingt berücksichtigen sollten. Ein gewichtiger Punkt stellt die Altersfreigabe dar. Die Nutzung von WhatsApp ist beispielweise ab 13 Jahren (seit März 2024) möglich. Posten Ihre Kinder Musik oder „fremde“ Bilder, könnte dies zu einer Urheberrechtsverletzung oder einer Missachtung des Rechts am eigenen Bild führen. Große Unternehmen haben TikTok als mögliche Werbeplattform entdeckt. Das Risiko In-App-Käufe zu tätigen ist deshalb dabei zu beachten.

Die Gefahr, dass Ihr Kind durch Cybermobbing oder Cybergrooming belästigt wird, kann auch durch die sichere Nutzung (Schutzfilter) von Apps beeinflusst werden. Beim Cybergrooming nehmen Täter beispielsweise über TikTok und Snapchat, YouTube oder über Onlinespielen wie Fortnite Kontakt auf und verwickeln ihre Opfer immer wieder in Gespräche. Haben Sie ein vermeintliches „Vertrauensverhältnis“ aufgebaut, fordern sie von diesem, persönliche Bilder und Videos zu senden oder sich mit ihnen zu treffen. Mit den zugesendeten Bildern und Videos wollen sie das Opfer manipulieren und kontrollieren. Das kann von permanenter Belästigung über Beleidigungen bis hin zu Bedrohungen und Treffen mit unbekanntem Ausgang gehen.

Auf der Seite Sharenting: Schützen wir unsere Kinder online (mimikama.org)Öffnet sich in einem neuen Fenster erhalten Sie Informationen, was Sie beim Teilen von Fotos beachten sollten und welche möglichen Gefahren damit einhergehen können. Auch ein Beitrag auf Brisant Kinderfotos auf Instagram, Facebook, Tiktok: Experten und Polizei warnen vor privaten Uploads ins Netz | Brisant.deÖffnet sich in einem neuen Fenster gibt dazu Hinweise.

Informationen zur Nutzung und von Gefahren von Social Media:

Erklärvideo:

Weitere Informationsmöglichkeiten:

Es gibt eine Reihe von altersgerechten Spielen im Internet.

Spieletipps und-ratgeber:

Erklärfilme:

Sichere-Surfräume-und-Apps-Für-KinderÖffnet sich in einem neuen Fenster - Hier wird gezeigt, wie Sie kindgerechte Apps und Internetangebote finden können, und ihr Kind zudem dabei unterstützen zu lernen, wie man sich sicher und kompetent durch das Netz bewegt.

Tipps für Eltern zur Mediennutzung

Hier finden Sie Tipps, Anregungen und Materialen wie Sie mit Ihrem Kind die positiven Möglichkeiten des Internets entdecken und Ihr Kind über die Gefahren des Internets aufklären können.

Ab welchem Alter sollten Kinder ein eigenes Gerät bekommen sollen?

  • Dies ist abhängig von der Fähigkeit des Kindes, mögliche Gefahren einschätzen um folgerichtig handeln zu können.
  • Bis auf wenige Ausnahmen benötigen Grundschulkinder kein eigenes Handy.
  • Der Wechsel in die weiterführende Schule ist eine gute Gelegenheit für das erste eigene Gerät, wenn der Entwicklungsstand des Kindes einen verantwortungsvollen Umgang zulässt.

Was ist zu beachten?

  • Zuerst sollten Funktionen wie Telefonieren oder Fotografieren gelernt werden. Hierzu ist die Freischaltung des Internetzugangs nicht notwendig.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Kind mögliche Risiken, zum Beispiel die eigene Telefonnummer nur nach Rücksprache mit den Eltern herauszugeben, um eine Kontaktaufnahme durch fremde Personen zu verhindern, oder dem Recht am eigenen Bild, d.h. andere Personen nur mit deren Genehmigung zu fotografieren.
  • Bei einem Mobiltelefon mit freiem Internetzugang stehen prinzipiell alle Internetseiten und alle Möglichkeiten der Onlinenutzung offen, was die oben genannten Gefahren erst mit sich bringt. Achten Sie deshalb darauf, wann und wie Ihr Kind Zugang zum Internet erhält (zum Beispiel über Ihren Telefonvertrag oder über WLAN).

Ein reflektierter und vorsichtiger Umgang mit dem Internet ist erst bei Jugendlichen ab ca. 14 Jahren zu erwarten.

Auf „handysektor“ finden Jugendliche Informationen für eine sichere Nutzung von Handys und Smartphones. Auch zu Themen wie Cybermobbing, Datenschutz, versteckte Kosten und die kreative Nutzung von Smartphones (Foto, Video, Musik) stehen wertvolle Tipps bereit. 

Suchen Sie das Gerät gemeinsam mit dem Kind aus, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Folgende Hinweise gilt es, bei der Anschaffung besonders zu beachten:

  • Schon beim Kauf sollte die Möglichkeit, Drittanbieter zu nutzen, verhindert werden, indem der Verkäufer die Drittanbietersperre einrichtet. Dies verhindert unbeabsichtigte Einkäufe.
  • Anschließend sollten im Betriebssystem In-App-Käufe, also der Kauf kostenpflichtiger Dienste durch eine App, gesperrt werden, und weitere Schutzeinstellungen soweit möglich vorgenommen werden.
  • Im nächsten Schritt sollte eine Kinderschutz-App installiert werden, welche die Nutzung ungewollter Apps und das Aufrufen unliebsamer Internetseiten einschränkt. Diese Kinderschutz-Apps wirken jedoch nicht in jedem Fall hundertprozentig und ersetzen nicht die elterliche Aufsichtspflicht. Mit einer guten Kinderschutz-App können im Laufe der Zeit weitere Funktionen und Apps freigeschaltet werden, so dass Ihr Kind den Umgang mit dem Smartphone langsam erlernen kann. Informationen über geeignete Kinderschutz-Apps finden Sie zum Beispiel bei handysektor.de (siehe untenstehende Link-Tipps).
  • Schränken Sie Nutzungszeiten und mögliche Kosten ein, indem Sie eine Prepaid-Karte verwenden. Achten Sie dabei auf die Tarifbedingungen.
  • Erstellen Sie gemeinsam mit dem Kind Handyregeln und vereinbaren Sie dabei handyfreie Zeiten, insbesondere nachts. Es empfiehlt sich, gleichzeitig auch andere Bildschirmzeiten in eine solche Regelung einzubinden.
  • Ein bildschirmfreies Kinderzimmer bietet dem Kind Bildschirmpausen, ungestörten Schlaf und erleichtert die Aufsicht der Eltern über den Bildschirmkonsum des Kindes.
  • Fördern Sie konsequent die verantwortungsvolle Nutzung der Geräte. Leben Sie einen verantwortungsvollen Umgang vor. Beachten Sie dabei auch die Privatsphäre Ihres Kindes, indem Sie nicht ohne Rücksprache Inhalte auf dem Gerät einsehen.

Handyverbote erzielen oft nicht die erwünschte Wirkung. Besser ist ein Gespräch über Fehlverhalten und Lösungsmöglichkeiten.

Ein Mädchen sitzt in einem abgedunkelten Raum und schaut sich etwas auf einem Laptop an.

Cybermobbing

Cybermobbing gehört zu den negativen Begleiterscheinungen der digitalen Kommunikation. Es bezeichnet das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer im Netz.

Fortbildungen für Eltern

Die nachfolgenden Qualifizierungsangebote bieten Eltern Unterstützung für Ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit, u.a. zum Thema Medienkompetenz:

elan ist ein Programm von Eltern für Eltern, dass durch das Kultusministerium finanziert und unterstützt wird, aber durch qualifiziert ausgebildete Eltern gestaltet und umgesetzt wird.
Es gibt viele engagierte Eltern oder ehemalige Eltern von Schülerinnen und Schülern, die diese Aufgabe übernehmen und sich in einer umfangreichen Ausbildung zum „elan-Multiplikator/elan-Multiplikatorin“ qualifizieren.

Weitere InformationenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Weitere Angebote: 

Materialien

  • Elternleitfaden: Internetkompetenz für Eltern - Kinder sicher im Netz begleiten

Die Materialien des Elternleitfadens „Internetkompetenz für Eltern – Kinder sicher im Netz begleiten“ geben Eltern Orientierung in Fragen der Medienerziehung und im Umgang mit dem Internet.

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  • Sicher Surfen mit Klicksafe und dem Internet-ABC

Das Portal der Institutionen Klicksafe und Internet-ABC bietet Kindern, Eltern und Pädagogen Infos, Tipps und Tricks rund um das Internet. Ferner klärt es über die Gefahren des Internets wie zum Beispiel Mobbing, Betrug und Angst machende Seiten auf. Kinder finden auf diesem Portal viele interessante kindgerechte Spiele und eine große Auswahl an Kinderseiten zu verschiedenen Themen.

Zum PortalÖffnet sich in einem neuen Fenster

  • Informationen und Flyer des Netzwerks gegen Gewalt zum Thema Medienkompetenz

Das Netzwerk gegen Gewalt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, Erziehungskompetenz in Bezug auf die neuen Medien zu erwerben. Ziel ist es, dass Eltern fachkundige Ansprechpartner für Ihre Kinder sind. 

Zum Themenschwerpunkt MedienkompetenzÖffnet sich in einem neuen Fenster

Zu den mehrsprachigen FlyernÖffnet sich in einem neuen Fenster