Junge Frau sitzt an einem Laptop.

Informationen für Lehrkräfte

Der Einsatz von digitalen Medien im Unterricht bietet großes Potenzial zur Unterrichtsgestaltung. Mit digitalen Medien können Lehrinhalte innovativ und zukunftsorientiert vermittelt werden.

Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche sowohl in der privaten Nutzung als auch in der schulischen Nutzung immer wieder mit Risiken und Gefahren digitaler Medien konfrontiert. Es ist Teil des Bildungsauftrags in allen Fächern, Schülerinnen und Schüler in einer kompetenten Mediennutzung und Persönlichkeitsstärkung zu unterstützen. 

Handynutzung

Die Thematisierung eines sicheren und verantwortungsbewussten Umgangs mit Handys, Smartphones und Smartwatches im Schulalltag ist wichtig. Für Schulen kann sich unter anderem durch die Einbeziehung der Mobiltelefone in den Unterricht auch die Chance zur Medienbildung und einer mediengestützten Unterrichtsgestaltung bieten, die an die mediale Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler anknüpft. Beispielsweise könnten folgende Fragen mit Schülerinnen und Schülern im Unterricht zur Selbstreflexion thematisiert werden:

■ „Wie stark lenkt mich mein Handy während der Hausaufgaben ab?“

■ „Wie können wir das Smartphone für gezielte Recherchen im Unterricht nutzen?“

Für die Nutzung der Mobiltelefone im Schulalltag ist allerdings die Vereinbarung klarer (Verhaltens-)Regeln und die Auseinandersetzung mit Risiken erforderlich, um Störungen des Unterrichts und des Schulalltags sowie strafbare Handlungen (zum Beispiel Cybermobbing, Missbrauch persönlicher Daten, Austausch jugendgefährdender oder anderer strafbarer Inhalte) möglichst zu vermeiden.

Jede hessische Schule kann nach Maßgabe von § 129 Nr. 12 HSchG in ihrer Schulordnung den geordneten Ablauf des äußeren Schulbetriebs unter Berücksichtigung der regionalen Umstände passend auf die Anforderungen der einzelnen Schule regeln und dabei auch angemessene Regeln zur Nutzung von Handys, wie z. B. das Ausschalten während der Unterrichtszeit, treffen. Über die Schulordnung entscheidet die Schulkonferenz.

Der Schulelternbeirat ist vor der Entscheidung der Schulkonferenz nach § 110 Abs. 3 HSchG, der Schülerrat nach § 122 Abs. 5 Satz 2 HSchG anzuhören.

In der Schulordnung können Vorgaben dazu aufgestellt werden, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedingungen Mobiltelefone in der Schule benutzt werden dürfen. Beispielsweise kann festgelegt werden, dass Mobiltelefone auf dem Schulgelände insgesamt oder jedenfalls während der Unterrichtszeit nicht verwendet und nur in ausgeschaltetem Zustand mitgeführt werden dürfen.

Das Handy darf bei Störung des Unterrichts als pädagogische Maßnahme zeitweise weggenommen werden (§ 82 Abs. 1 Satz 2 des Schulgesetzes). In der Regel ist es am Ende des Unterrichtstages zurückzugeben (§ 64 Abs. 2 der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses). Die Rückgabe kann bei Minderjährigen auch über die Eltern erfolgen.

Unabhängig davon gilt: Benutzt eine Schülerin oder ein Schüler bei einem Leistungsnachweis oder einer Prüfung ein Handy als nicht ausdrücklich zugelassenes Hilfsmittel, so hat die Schule nach pflichtgemäßem Ermessen und unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit über die zu treffenden Maßnahmen zu entscheiden. Welche Maßnahmen in Betracht kommen, ergibt sich aus § 31 der Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses und den Bestimmungen in den Prüfungsordnungen. Entsprechendes gilt, wenn eine Schülerin oder ein Schüler bei Leistungsnachweisen ein Handy als nicht ausdrücklich zugelassenes Hilfsmittel mit sich führt. 

Eine Handynutzungsregelung muss der aktuellen Rechtslage entsprechen. Darüber hinaus sind die unterschiedlichen Bedingungen der jeweiligen Schulform oder gar einzelner Schulen zu berücksichtigen.

Für eine Nutzung von Mobiltelefonen in der Schule sollten folgende Grundsätze gelten:

■ Respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander, auch über die mediale Kommunikation

■ Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte

■ Vermeidung von Gewalt (z. B. von Cybermobbing) und Schutz vor Missbrauch

■ Die Schaffung eines guten und störungsfreien Lernklimas im Unterricht

■ Medienbildung im Umgang mit Handys und Apps

Hieraus resultieren folgende Zielsetzungen im Umgang mit digitalen Medien, die pädagogisch sinnvoll in Einklang zu bringen und möglichst im Schulprogramm abzubilden sind:

■ die Förderung der Medienbildung durch ein unterrichtsbezogenes Konzept und gleichzeitig

■ die sinnvolle Einschränkung der Nutzung auf dem Schulgelände, um Störungen und Missbrauch zu vermeiden.

Als Ziel sind möglichst klare Nutzungsregeln für den Unterricht und das Schulgelände anzustreben, die die Schulkonferenz als Teil der Schulordnung beschließen kann. Diese Regeln dienen auch dazu, potenzielle Straftaten bereits im Vorfeld zu verhindern.

Hier sind beispielhafte Handynutzungsordnungen aufgeführt, die als Orientierungshilfe dienen können.

Extremismus Online

Extremistische Gruppierungen nutzen verstärkt das Internet, um ihre freiheitlich-demokratische-Grundordnung-gefährdenden-Positionen zu verbreiten, beispielsweise in sozialen Netzwerken oder Chats, Videoplattformen oder Computerspielen.

Extremismus kann im Netz in verschiedenen Formen auftreten:

Propaganda: Extremistische Gruppen nutzen das Internet, um ihre Ideologie zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen.

Hassrede: Extremisten verbreiten im Internet Hass, Hetze und Gewalt gegen bestimmte Gruppen von Menschen, um gesellschaftliches Zusammenleben zu destabilisieren.

Cybermobbing: Extremisten nutzen das Internet, um andere Menschen zu belästigen und zu schikanieren.

Auf Grund der unterschiedlichen Formen ist es erforderlich, in Schule und Elternhaus die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen dahingehend zu stärken Strategien von Extremisten zu erkennen und ihnen entgegentreten können. Daneben ist es auch wichtig Fake News und Deepfakes als Instrument zur Generierung propagandistischer Inhalte zu identifizieren und mit entsprechenden Fakten seriöser Quellen abzugleichen.

Lehrkräfte nehmen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Extremismus im Netz ein. Sie können dazu beitragen, dass Jugendliche entsprechend benannte Medienkompetenz erwerben und sich kritisch mit extremistischen Inhalten auseinandersetzen können. Dazu gehört im Unterricht weiterhin auch, Toleranz und Diskussionskultur zu fördern um darüber die Demokratiebildung zu stärken. Lehrkräfte sollten mit Schülerinnen und Schülern über Extremismus diskutieren und ihnen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken und Gefühle zu äußern. Dabei sollten sie aufzeigen, dass Extremismus eine Gefahr für die Demokratie darstellt. Ein partizipativer Umgang mit Schülerinnen und Schülern im Unterricht kann neben verschiedenen etablierten Formaten wie dem Klassenrat Toleranz und Demokratie in der Klassengemeinschaft unterstützen.

Das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen bietet – neben zahlreichen weiteren, auf verschiedene Weise gewaltpräventiv wirksamen Programmen – allen hessischen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften zur konstruktiven Konfliktbearbeitung u.a. eine zertifizierte Weiterbildung zur Schulmediatorin oder zum Schulmediator an, sowie weitere ergänzende Fortbildungsangebote wie die Schülermediatorencoaches oder die Friedensbrücke als partizipatives Modell einer positiven Streitkultur in der Grundschule. 
Die Teilnahme an den Maßnahmen ist kostenfrei und wird vom HMKB-Projekt „Gewaltprävention und Demokratielernen“ (GuD) sowie externen Trainerinnen und Trainern umgesetzt.

Die Präventionsprojekte der Medienanstalt Hessen, wie das Internet-ABC Hessen und Webklicker- Wir klicken clever! oder Clever digital! – unterstützen Schülerinnen und Schüler altersgerecht in der selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Internetnutzung zu sensibilisieren. Inkludiert in die Projekte sind sowohl eine Lehrkräftefortbildung als auch ein Elternabend.

Der hr hat im Rahmen des Projektes „What’s Web“ Videoclips mit Coldmirror erstellt. Diese machen auf Chancen und Gefahren im Internet machen, wozu auch der Bereich Netikette gehört.

Fake News

Als Fake News bezeichnet man Falschnachrichten im Internet. Dabei werden gezielt falsche oder manipulierte Informationen verbreitet, um aus politischen, ökonomischen oder persönlichen Motiven die Meinungsbildung  zu beeinflussen. Durch das Internet, insbesondere über soziale Plattformen, Messenger und Videoportale, erreichen Falschmeldungen schnell einen hohen Verbreitungsgrad, z.B. über sogenannte Kettenbriefe.

Gerade Schülerinnen und Schüler verfügen meist noch nicht über ein ausreichendes Wissen, um Nachrichten und deren Herkunft richtig einzuordnen und zu bewerten. Daher sollte das Thema im Unterricht behandelt werden.

  • Schülerinnen und Schüler sollten zu einem kritischen Umgang mit Informationen aus dem Internet angeleitet werden. Dabei sind folgende Fragestellungen hilfreich:
    • Kritisches Überprüfen der Inhalte. Ist die Argumentation logisch und auf Fakten gestützt?
    • Überprüfung der Quellen. Handelt es sich um ein seriöses Medium?   
    • Prüfung der Aufmachung der Website und des Impressums. Wer ist für die Inhalte verantwortlich?
  • Ein Indiz für Seriosität ist in der Regel auch die Angabe von Kontaktdaten.
  • Daten und Statistiken sollten mit anderen seriösen Seiten und Quellen abgeglichen werden.
  • Bilder und Videos sollten auf ihre Übereinstimmung mit dem Text geprüft werden.
  • Fake News können eingedämmt werden, indem fragwürdige Nachrichten nicht einfach weitergeleitet, sondern zuerst auf Herkunft und Inhalt geprüft werden.
  • Soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit, Fake News zu melden, damit diese nicht weiterverbreitet werden.

Hate Speech

Hetze, Hass und Diskriminierung finden im Internet immer mehr Verbreitung – besonders in sozialen Netzwerken, Foren und Kommentarspalten. Für dieses Phänomen hat sich auch im deutschen Sprachgebrauch der Begriff Hate-Speech durchgesetzt. Hate-Speech ist kein reines Netzphänomen, sondern greift reale Macht- und Diskriminierungsstrukturen auf. Die Täter verbreiten oftmals diskriminierende rassistische, sexistische oder fremdenfeindliche Äußerungen, mit denen Personen oder Personengruppen erniedrigt oder beleidigt werden.

  • Klären Sie über Hate-Speech und die negativen Folgen auf, indem Sie das Thema in den Unterricht einbinden. Hierzu eignet sich zum Beispiel, das Thema im Klassenrat, in der Klassenlehrerstunde zu behandeln Erstellen Sie Regeln im Klassenchat bzw. wiederholen Sie diese mit der Klasse.
  • Üben Sie mit den Lerngruppen Techniken zur Gegenrede ein, damit die Jugendlichen diese situationsbedingt anwenden können.
  • Zeigen Sie den Schülerinnen und Schülern die Meldefunktion auf Social-Media-Plattformen.

  • Sollten einzelne Schülerinnen und Schüler konkret von Hatespeech betroffen sein, u.U.  durch Angriffe durch Mitschülerinnen bzw. Mitschüler, ist in Abstimmung mit der Schulleitung das weitere Vorgehen im Umgang mit dem Opfer und dem bzw. den Tätern zu besprechen.
  • Die Eltern sind zu informieren.
  • Gegebenenfalls kann es hilfreich sein, die Schulpsychologie einzubeziehen. 

Zur Vertiefung der Thematik im Unterricht kann Unterstützung für einen pädagogischen Tag über den Landeskoordinator Jugendmedienschutz oder die Staatlichen Schulämter angefragt werden.
Weiterhin stehen praxisnahe Fortbildungen des Landes Hessen und der unterschiedlichen Partner, wie z.B. der hessischen Medienzentren zur Verfügung. Auch im Wochenplan FortbildungÖffnet sich in einem neuen Fenster auf dem Schulportal finden Sie Angebote. 

Cybermobbing

Unter Cybermobbing versteht man das absichtliche, wiederholte und negative Behandlung einer Person durch andere. Es umfasst eine breite Palette von Aktivitäten, wie

  • das Posten beleidigender oder erniedrigender Kommentare
  • das Posten kompromitierender Bilder oder Videos
  • das Verbreiten von Gerüchten oder Lügen
  • das Stalken oder Belästigen

um jemanden zu schikanieren oder bloßzustellen.
 

Durch die vermeintliche Anonymität im Netz wird die Hemmschwelle geringer und die Gemobbten nicht mehr nur auf den Pausenhöfen und Schulwegen drangsaliert und bloßgestellt. Die Angreiferinnen und Angreifer sind durch Cybermobbing rund um die Uhr in der Lage, ihre Angriffe zu schalten, ein großes Publikum zu erreichen und ihre Beleidigungen schnell zu verbreiten sowie weitestgehend anonym zu handeln.

Schülerinnen und Schüler die gemobbt werden, zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen. Warnzeichen und Hinweise sind vor allem in Bezug auf Verhaltensänderungen feststellbar, wie beispielsweise eine Schulverweigerung, Leistungsabfall etc..
 

Da sich Schülerinnen und Schüler bei Problemen oftmals nicht an Lehrkräfte wenden, ist es von Bedeutung, die eigene Wahrnehmung bezüglich der Begleitsymptome zu sensibilisieren. Diese können neben den Verhaltensänderungen auch auf der psychischen Ebene liegen und sich in einem sozialen Rückzug, Konzentrationsprobleme oder Niedergeschlagenheit zeigen. Auch auf der physischen Ebene können Veränderungen wie Essstörungen oder Müdigkeit als Begleiterscheinung auftreten.

  • Führen Sie ein Gespräch mit der gemobbten Schülerin, bzw. dem gemobbten Schüler, indem Sie sich den Vorgang schildern lassen, um für eine erste Entlastung zu sorgen und Vertrauen aufzubauen.
  • Je nach Ausmaß sind die Eltern einzubeziehen.
  • Informieren Sie je nach Ausmaß die Schulleitung, vor allem dann, wenn juristische Schritte erwogen werden.
  • Die Schulleitung entscheidet auch über den Einbezug des Staatlichen Schulamtes und über den Einbezug des schulpsychologischen Diensts.
  • Präventionsarbeit ist wichtig! Dabei kommt der Klassenlehrkraft eine besondere Bedeutung zu. Ihre Beziehungsarbeit ist eine wichtige Säule, um die Klasse verantwortungsvoll und sensibel durch gruppendynamische Phasen zu begleiten. Ein positives Klassenklima, das durch die Haltung der Lehrkraft, ein gelungenes Classroom-Management und einer dialogischen Konfliktkultur geprägt ist, stellt eine gute Basis zur Prävention dar.
  • Binden Sie das Thema Cybermobbing in Ihren Unterricht ein, um Schülerinnen und Schüler über die Folgen zu informieren. Hierzu beraten die Fachberaterinnen und Fachberater Medienbildung der Staatlichen Schulämter. Das Land bietet in einer Fortbildungsreihe die Ausbildung von Lehrkräften zu Medienschutzberatern an.    

Über die Schulleitungen ist den Schulen ein Handlungsleitfaden bei Gewalterfahrung von Lehrkräften übermittelt worden, dort wird ein Überblick gegeben, welche unterschiedlichen Handlungsoptionen für Lehrkräfte u.a. im Falle von Cybermobbing zur Verfügung stehen. Darin werden die Melde- und Kommunikationswege für eine gezielte und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Lehrkräften, ihrer Schulleitung und dem zuständigen Staatlichen Schulamt dargestellt sowie die schulspezifisch wichtigsten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Beratungs- und Unterstützungsangebote benannt. Dieser kann bei Bedarf bei der Schulleitung eingesehen werden

Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD) | kultus.hessen.deÖffnet sich in einem neuen Fenster – Die Qualifizierungsreihe Mobbing-Interventions-Teams in der Schule (MIT) des Landesprojektes Gewalt und Demokratielernen (GuD) steht für vernetzte Professionalität im Rahmen schulischer Prävention und Intervention. Unter anderem ist ein Baustein die Unterstützung bei der Erstellung eines Interventionsplans, der ein rasches und wirksames Reagieren auf Mobbing/Cybermobbing und ein Unterstützungsangebot für Mobbingbetroffene beinhaltet.

Mentorenprogramm — Digitale Helden (digitale-helden.de)Öffnet sich in einem neuen Fenster – Das Peer-Education-Projekt der Digitalen Helden bietet ein Mentorenprogramm, in welchem Schülerinnen und Schüler zu digitalen Helden ausgebildet werden. Sie übernehmen damit die verantwortungsvolle Aufgabe, jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler dabei zu unterstützen, den sicheren und kompetenten Umgang mit dem Internet zu erlernen.

Cybergrooming

Cybergrooming bezeichnet eine Anbahnung von sexuellen Kontakten mit Minderjährigen über das Internet, z.B. auf Social-Media Plattformen oder über Internetspiele.

Der Begriff „Grooming (Striegeln)“ bezeichnet dabei das subtile Annähern an Kinder und Jugendliche über einen Chat. Täter gehen dabei oftmals subtil vor und versuchen in der Regel über eine Scheinidentität, Einfluss auf das Opfer zu nehmen und das entstandene Vertrauensverhältnis für sexuelle Übergriffe oder sonstige Gewalt zu missbrauchen. Dabei werden Kinder aufgefordert, Nacktaufnahmen zu übersenden, sich live vor der Kamera zu zeigen oder sich mit den Tätern im realen Leben zu treffen.

Cybergrooming ist gemäß § 176 b des Strafgesetzbuches (StGB) strafbar.
Haben Sie den Verdacht, eine Schülerin, ein Schüler könnte von Cybergrooming betroffen sein, suchen Sie das vertrauensvolle Gespräch. Hinweise auf Cybergrooming können sein, dass Schülerinnen und Schüler ihre Internetkontakte verheimlichen oder Verhaltensänderungen zeigen.

  • Führen Sie ein Gespräch mit der betroffenen Schülerin, bzw. dem betroffenen Schüler, indem Sie sich den Vorgang schildern lassen, um für eine erste Entlastung zu sorgen und Vertrauen aufzubauen.
  • Lassen Sie die Schülerin beziehungsweise den Schüler Beweise sichern. Dies kann das Speichern von Chatprotokollen und Bildern sein.
  • Informieren Sie die Schulleitung und besprechen Sie das weitere Vorgehen
  • Über die Schulleitung sind die Eltern zu informieren. Der Einbezug der Schulpsychologie ist zu beraten.
  • Die Schulleitung entscheidet darüber die Polizei zu informieren.
  • Der Opferschutz hat oberste Priorität. Je nachdem, ob der Vorfall in der Klasse bekannt wurde oder wenn das Opfer das möchte, kann jedoch in der Klasse über den Vorfall gesprochen werden. Hierfür kann die Hilfe der Schulpsychologie oder Schulsozialarbeit in Anspruch genommen werden.

Hier finden Sie weitere Informationen und Materialien zu Cybergrooming:

  • Machen Sie das Thema zum Bestandteil des Unterrichts.
  • Sprechen Sie mit den Schülerinnen und Schülern über die Gefahren der Anbahnung von sexuellen Übergriffen im Netz.
  • Klären Sie die Schülerinnen und Schüler über die technischen Möglichkeiten auf, z.B. das Sichern von Accounts und Erstellen von Screenshots zur Beweisführung.

Medienbildungskonzept

Kinder und Jugendliche sollen sowohl im Rahmen der Medienbildung als auch im Bereich des Jugendmedienschutzes einen altersentsprechenden, interessenbezogenen und zielorientierten Umgang mit Medien erlernen, der sie vor ungeeigneten Inhalten und Erfahrungen schützen kann. Wie dies im schulischen Alltag entsprechend umgesetzt wird, soll auch im Medienbildungskonzept Öffnet sich in einem neuen Fensterverankert sein. Dazu können Sie die Fachberaterinnen und Fachberatern Medienbildung an Ihrem Staatlichen Schulamt unterstützen. Diese arbeiten in enger Absprache mit den Schulentwicklungsberaterinnen und Schulentwicklungsberatern zusammen.  

Auch Initiativen wie klicksafe bieten inhaltliche Unterstützung, u.a. durch die Bereitstellung von pädagogischen Materialien, dabei, wie Jugendmedienschutzthemen fächerintegrativ und in verschiedenen Jahrgangsstufen unterrichtet werden können.

Zur Vertiefung des Jugendmedienschutzes an Ihrer Schule bieten die Staatlichen Schulämter Unterstützung bei pädagogischen Tage zu unterschiedlichen Themen des Jugendmedienschutzes an. Weiterhin steht die Schulpsychologie an den Staatlichen Schulämtern bei Fragen rund um die Prävention von Risiken aus dem Bereich Jugendmedienschutz unterstützend zur Seite.

Mit der Änderung von § 3 Abs. 9 des Hessischen Schulgesetzes sind alle Schulen in Hessen dazu verpflichtet worden, Schutzkonzepte gegen Gewalt und sexuellem Missbrauch zu entwickeln. Die fachlichen Empfehlungen zur Entwicklung dieser schulischen Schutzkonzepte sind in der Handreichung des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen zum Umgang mit sexuellen Übergriffen im schulischen Kontext Öffnet sich in einem neuen Fensterformuliert und orientieren sich eng an den von der unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) zur Verfügung gestellten SchutzkonzeptstandardsÖffnet sich in einem neuen Fenster. Zu den Bestandteilen eines schulischen Schutzkonzeptes gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch gehört zum Beispiel die Erwartung, dass der Schutz von Schülerinnen und Schülern vor sexueller Gewalt im Leitbild der Schule oder im Schulprogramm verankert ist, vorliegende Interventionspläne für das schulische Vorgehen in Verdachtsfällen, partizipativ entwickelte Selbstverpflichtungserklärungen (Verhaltenskodex) für den Umgang von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern untereinander, Fortbildungen  für Lehrkräfte und Eltern sowie regelmäßige Präventionsangebote im Unterricht im Themenfeld der sexualisierten Gewalt.

Gleichzeitig sind Schulen angehalten, ein Medienbildungskonzept zu erarbeiten, dessen integraler Bestandteil der Jugendmedienschutz ist. Zwischen den Arbeitsbereichen der Schutzkonzeptentwicklung gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch und des Jugendmedienschutzes bestehen große thematische und inhaltliche Überschneidungen, insbesondere im Feld der digitalen (sexualisierten) Gewalt. Schnittstellen bestehen zum Beispiel im Hinblick auf die Gewaltphänomene Cybermobbing und Hate Speech, die Themen Pornografie-Konsum, Sexting und Cybergrooming sowie auch das Problemfeld der Verbreitung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten über digitale Medien.

Für die Prozesse der Entwicklung von Schutzkonzepten gegen (sexualisierte) Gewalt sowie auch den Jugendmedienschutz als Bestandteil der schulischen Medienbildungskonzepte ergeben sich durch die zahlreichen inhaltlichen Anknüpfungspunkte für die Schulen erhebliche Synergiepotentiale. So sollte zum Beispiel der Jugendmedienschutz ebenfalls im Leitbild der Schule und im Schulprogramm verankert sein, Interventionspläne zum Umgang mit Verdachtsfällen von Gewaltvorfällen im digitalen Raum sollten allen Mitgliedern der Schulgemeinde bekannt sein, die Regeln zur Mediennutzung sollten in die Selbstverpflichtungserklärungen (Verhaltenskodex) aufgenommen werden und es sollten regelmäßig Fortbildungen für Eltern und Lehrkräfte sowie auch Präventionseinheiten für Schülerinnen und Schüler zu Jugendmedienschutzthemen angeboten werden.

Auf Grund der vorliegenden engen Verbindungen empfiehlt es sich, beide Themenfelder fachlich zu verknüpfen und die Weiterentwicklung der Jugendmedienschutzmaßnahmen als Bestandteil des Medienbildungskonzepts und die Schutzkonzeptentwicklung im multiprofessionellen Team der Schule gemeinsam zu gestalten und sich dabei inhaltlich an den fachlichen Standards für die Entwicklung von Schutzkonzepten zu orientieren. 

Das Hessische Kultusministerium bietet jährlich eine Fortbildungsreihe an, in welcher Lehrkräfte zu Medienschutzberaterin oder Medienschutzberater an Grund- und Förderschulen bzw. zu Jugendmedienschutzberaterinnen und –beratern an Sekundarstufenschulen und beruflichen Schulen ausgebildet werden. Die Reihe gibt einen Überblick über zentrale und aktuelle Fragestellungen des schulischen Medienschutzes. Die Termine der Fortbildungsreihe werden im Amtsblatt des Hessischen Kultusministeriums bekanntgegeben.

Weitere Informationen zu den Fortbildungsreihen finden Sie auf dem Hessischen Bildungsserver.

Weiterhin werden über den „Wochenplan FortbildungÖffnet sich in einem neuen Fenster“ auf dem Schulportal regelmäßige Veranstaltungen  zum Jugendmedienschutz angeboten.

Online-Challenges

Online-Challenges auf Social-Media-Plattformen, z.B. TikTok, finden zahlreiche Nachahmerinnen und Nachahmer. Die Challenges gelten bei einer Vielzahl der Schülerinnen und Schüler als unterhaltsam, sie verbreiten sich schnell in der digitalen Welt und können durch gegenseitiges Nominieren einen Mitmachzwang erzeugen. Einige Challenges sind mit erheblichen Risiken verbunden. Es werden dabei Gesundheitsgefährdungen in Kauf genommen, wie zum Beispiel

  • Skullbreakerchallenge – das Wegziehen der Beine von hinten ohne Vorwarnung
  • Pilotenchallenge - freiwilliges Würgen einer anderen Person bis zur Bewusstlosigkeit
    • oder auch hohe Sachschäden verursacht, wie z.B.
  • „Coronamaskenchallenge“ - durch Sägen mit den Maskenbändern an Schulstühlen
  • „Creed 3-Challenge“ - das Stören von Filmvorführungen bis hin zu Sachbeschädigungen in Kinosälen.

Es ist daher wichtig, Schülerinnen und Schüler für die Mechanismen und Folgen solcher Challenges durch präventive Aufklärung und regelmäßige Informationen zu sensibilisieren.  

  • Sprechen Sie die Risiken von Challenges an und hinterfragen Sie mit den Schülerinnen und Schüler ihren Nutzen kritisch. 
  • Bleiben Sie mit den Schülerinnen und Schülern im Austausch und nehmen Sie aktuelle Challenges zum Anlass, diese im Unterricht zu thematisieren.

Materialien für Lehrkräfte

 

Unterstützungs- & Fortbildungsangebote

Lehrkräften stehen vielfältige Qualifizierungsangebote zum Thema Medienkompetenz und –bildung zur Verfügung. Das Hessische Kultusministerium bietet landesweite Fortbildungsreihen zur Ausbildung von Medienschutzberaterinnen und –beratern sowohl für Sekundarschulen, als auch für Grundschullehrkräfte und Förderschullehrkräfte an. Die Ausschreibung finden Sie auf der Fortbildungsseite der Hessischen Lehrkräfteakademie unter dem Suchenbegriff „Medienschutz“ und dem Anbieter „Hessisches Kultusministerium“. Außerdem gibt es die landesweiten Fortbildungsangebote der Hessischen Lehrkräfteakademie, etwa die Online-Formate des Wochenplans Fortbildung, die pädagogischen Unterstützungsangebote der Staatlichen Schulämter oder die Beratungsangebote der kommunalen Medienzentren.

Entsprechende Angebote finden Sie hier:

19. und 20.08.2024

Kompakttage Medienbildung

Wir bieten Anregungen für zeitgemäße Lernsettings mit Tools und Methoden, die darauf ausgerichtet sind, was Lernende brauchen, um in einer komplexer werdenden Welt der Digitalität mitzugestalten.

Wochenplan Fortbildung

Im Wochenplan Fortbildung gibt es ein breites Angebot praxisorientierter Fortbildungen zu verschiedenen Themen wie die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Technik und Medien, Bild-KI und Fake News, „Kinder- und Jugendmedienschutz – wie Elternarbeit gelingen kann“ oder „How to – TikTok verstehen“ und „Von Chatbot bis KI – Künstliche Intelligenz in Grund- und Förderschule“  sowie Anregungen für den Umgang mit problematischen Begleitphänomenen der Digitalisierung wie Cybermobbing.

Das Angebot ist kostenfrei sowie frei zugänglich und kann von jeder hessischen Lehrkraft genutzt werden.