IT-Skills für Schulklassen

Ab dem Schuljahr 2026/2027 erhalten Schülerinnen und Schüler an hessischen Schulen einen praxisnahen Zugang zu Informatik, Programmierung und Künstlicher Intelligenz. Mit dem neuen Projekt „IT-Skills für Schulklassen“ stärkt Hessen die digitale Bildung.

Digitale Technologien verstehen, eigene Ideen verwirklichen und neue berufliche Perspektiven entdecken: Das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen setzt gemeinsam mit der Hacker School gGmbH ein neues Unterstützungsangebot für Schulen um. Hessen ist das erste Bundesland, das eine landesweite Kooperation mit der Hacker School eingeht und das Angebot grundsätzlich allen hessischen Schulen der Sekundarstufe I zugänglich macht.

Mit dieser Zusammenarbeit baut Hessen seine Angebote im Bereich der digitalen und informatischen Bildung weiter aus. Schülerinnen und Schüler sollen digitale Technologien nicht nur anwenden, sondern ihre grundlegenden Funktionsweisen verstehen, eigene Lösungen entwickeln und die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung reflektiert beurteilen können. Die Kooperation leistet damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur MINT-Förderung und zur Berufsorientierung.

Programmieren lernen – praxisnah und ohne Vorkenntnisse

Im Mittelpunkt des Projekts stehen kostenfreie, online durchgeführte Programmierkurse, die sich an die Jahrgangsstufen 6 bis 9 richten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Jahrgangsstufen 7 und 8. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich: Entscheidend sind Neugier, Kreativität und die Freude daran, digitale Technologien selbst auszuprobieren.

Die Kurse werden als Projekttage umgesetzt. In kleinen Lerngruppen werden die Schülerinnen und Schüler von einer Kursleitung sowie sogenannten „Inspirern“ begleitet. Dabei handelt es sich um ehrenamtlich engagierte IT-Fachkräfte aus Unternehmen, Studierende sowie Auszubildende aus dem IT-Bereich. Die Jugendlichen erhalten von den Fachkräften intensive Unterstützung bei der Umsetzung ihrer eigenen Projekte.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der gezielten Förderung junger Mädchen: Durch praxisnahe Erfolgserlebnisse sollen Berührungsängste gegenüber Informatik abgebaut, das Vertrauen in die eigenen digitalen Fähigkeiten gestärkt und neue Perspektiven auf Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im IT-Bereich eröffnet werden.

Die praxisnahe Zusammenarbeit mit Fachkräften aus der digitalen Arbeitswelt eröffnet zugleich Einblicke in unterschiedliche Ausbildungs- und Berufsfelder. Die Schülerinnen und Schüler erfahren unmittelbar, wie informatische Kenntnisse in der Praxis eingesetzt werden und welche vielfältigen beruflichen Perspektiven der IT-Bereich bietet.

Vom eigenen Computerspiel bis zur ersten Website

Die Kursinhalte werden altersgerecht auf die verschiedenen Jahrgangsstufen abgestimmt. Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 und 7 können mit MakeCode Arcade auf spielerische Weise erste Erfahrungen mit einer grafischen Programmiersprache sammeln und eigene Animationen oder Spiele entwickeln.

In den Klassenstufen 7 bis 9 steht unter anderem die Gestaltung einer eigenen Website mit HTML und CSS im Mittelpunkt. Dabei lernen die Jugendlichen grundlegende Bausteine des Internets sowie die Funktionsweise von Programmiersprachen kennen. Für die Jahrgangsstufe 9 werden darüber hinaus Grundlagen der Programmierung mit Python vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Logik einer Programmiersprache, lernen zentrale Befehle kennen und programmieren ein erstes eigenes Spiel.

Künstliche Intelligenz verstehen und kritisch reflektieren

Ein fester Bestandteil aller Kurse ist das Thema Künstliche Intelligenz. Die Schülerinnen und Schüler können KI bei der Weiterentwicklung ihrer Projekte einsetzen und lernen gleichzeitig, die erzeugten Ergebnisse kritisch zu prüfen und zu reflektieren. Der Zugang erfolgt projektbezogen und ohne persönliche Anmeldung der Schülerinnen und Schüler. Die Hacker School nutzt dafür eine datenschutzkonforme Lernumgebung.

Damit verbindet das Projekt praktische Anwendungserfahrungen mit einer reflektierten Auseinandersetzung mit digitalen Technologien. Die Jugendlichen lernen nicht nur, was mithilfe von KI möglich ist, sondern auch, Ergebnisse zu hinterfragen und digitale Werkzeuge verantwortungsbewusst einzusetzen.

Digitale Bildung und Berufsorientierung zusammen denken

Das Angebot kann von den Schulen flexibel in bestehende Strukturen eingebunden werden. Es eignet sich insbesondere als Anschluss an das Ganztagsangebot „Digitale Welt“, zur Ergänzung des Informatikunterrichts, als weiterführendes Angebot nach dem Besuch des Digital-Trucks sowie als Baustein der schulischen MINT-Förderung und Berufsorientierung.

Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, Mädchen anzusprechen, die in informatischen Bildungsangeboten und IT-Berufen bislang unterrepräsentiert sind. Durch positive und niedrigschwellige Praxiserfahrungen sollen mögliche Berührungsängste abgebaut, das Vertrauen in die eigenen digitalen Fähigkeiten gestärkt und neue Bildungs- und Berufswege sichtbar gemacht werden.

Mit der landesweiten Kooperation zwischen dem Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und der Hacker School gGmbH schafft Hessen ein praxisorientiertes Angebot, das informatische Grundbildung, Kreativität und berufliche Orientierung miteinander verbindet und das schulische Angebot ergänzt. Als erstes Bundesland macht Hessen ein solches Kooperationsmodell landesweit für Schulen zugänglich und unterstreicht damit erneut seinen Anspruch, die digitale Bildung aktiv, innovativ und zukunftsgerichtet zu gestalten.

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